Tierschutz geht jeden an (oder: dumm gelaufen)

Die Sache war so: Wir waren mal kurz in Warnemünde.. schön da. Am Samstag saßen wir also so in unserem Strandkorb und in 2 Std. sollte der Zug zurück nach Hause fahren. Also genießen wir so die letzten Momente am Meer… da hab ich sie das erste Mal gesehen: Die Möwe mit dem gebrochenen Flügel, die völlig panisch zwischen den Menschen/Strandkörben hin und her rannte und nicht wegfliegen konnte. Außerdem wurde sie noch von solchen Arschlochkindern alternativ erzogenen Kindern gejagt, deren Eltern das natürlich einen Dreck interessierte, weil die sich ständig gedanklich weitaus globaleren Problemen widmen müssen.  Die arme Möwe musste sich also von diesen Monsternachkommen ärgern .. der Flügel schleifte dabei im Sand..

Nach ca. 30 min. bin ich zu dem Strandkorbdealer und fragte diesen, ob er mir mal die Nummer von einem Tiernotdienst oder sowas geben kann, da hier eine verletzte Möwe ist. Der Dealer meinte, dafür ist die Feuerwehr zuständig (lustige Norddeutsche eben…). Die Feuerwehr anzurufen erschien mir dann doch etwas zu krass und ich setzte mich wieder in den Strandkorb und sah der Möwe zu.
10 min später: Ich wähle die „112“, entschuldigte  mich schon vorab und erkläre dem „Einsatzleiter“ das Problem mit der Möwe. Dieser war nicht ganz so genervt, wie ich dachte und sagte mir, dass jemand vorbeikommt und sich um das Problem kümmern wird.
Da es sich nicht um einen Lebensrettungseinsatz handelte und auch nicht zu vermuten war, dass die Möwe in direktem Kontakt zu al Qaida steht,  verstrich natürlich Zeit.. Aber wir mussten langsam zum Zug… Außerdem war die Möwe inzwischen in die Dünen abgehauen – ein weiter Grund zügig den geordneten Rückzug anzutreten…
Wir laufen also los und nach einer Weile sehe ich auf mein Telefon: Mailbox:
Ja, Sie hatten angerufen. Wir stehen hier am Strandabschnitt XY und warten darauf, dass Sie uns einweisen. Wir finden die Möwe nicht.
Rückruf bei 112: „Hallo hier Frau oneortwothings nochmal, ich hatte einen Anruf auf der Mailbox von Ihnen. Ist ja blöd, ich kann Sie nicht einweisen,  ich bin schon auf dem Weg zum Zug. Aber die Möwe ist bestimmt noch in den Dünen…
Er wollte es dem Kollegen vor Ort weiterleiten.

Nette Leute dieser Firefighter aus Warnemünde. Ob es den Bogen überspannt, wenn ich nochmal anrufe dieser Tage und frage, wie es der Möwe geht – oder haben die meine Handynummer jetzt schon auf der „most wanted“-Liste?

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