Köstlich.. wunderbar..

Ich krieg‘  mich seit 2 Tagen nicht mehr ein vor Lachen:

„Martins Martyrium beim Babyschwimmen

Kotdichte Gummibadehosen, Über-Mütter in Batikbadeanzügen und immenser Individualitätsdruck – in diese Welt taucht Martin mit Sohn Norbert beim Babyschwimmen. Und hat das Gefühl: Ist man nicht gerade Brad Pitt, gilt man als Vater soviel wie ein Glas Pastinaken.

Baby Norbert nölte, als Martin ihn in die kotdichte Gummibadehose zwängte. Dorothea hatte diese Spezial-Shorts extra aus den USA kommen lassen, Marke Sweet Little Dolphin. Die Elastikbuxen waren in einem wasserpädagogischen Zentrum in Orlando entwickelt worden, hermetische Abdichtung für hochbegabte Babys, die zur Steigerung ihrer Sozialkompetenz mit Delfinen schwammen. Kinderkacke fand Flipper wohl nicht so dufte.

Jedenfalls war Martin sicher, dass Norbert als einziges Kind mit Sweet Little Dolphin antreten würde. Gerade bei den Super-Eltern, die mit ihren Babys zum integrativen Frühschwimmen gingen, konnte man gar nicht aufmerksam genug die richtigen Labels präsentieren, die maximalen Preis und mithin übermenschliche elterliche Fürsorge signalisierten.

Leider paddelten vier von neun Kindern in Sweet Little Dolphin. Es war also wie immer: Der immense Individualitätsdruck führte dazu, dass alle Babys nahezu gleich aussahen, so wie ihre Eltern auch. Die Mütter liefen rum wie Elfriede Tetzlaff oder Kampflesben, die Väter trugen Wim-Wenders-Brille, verteidigten ihre Rest-Männlichkeit auf dem Felde des Spezialwissens (Comics, iPhone-Apps, Pink Floyd) und trugen die Riemen ihrer Filz-Leder-Taschen quer über der Brust, weil das nach Fahrradkurier aussah.

Wer noch mit Lastwagenplanentaschen erwischt wurde, mit Ohr-Stöpseln oder Klamotten von Stella McCartney, der konnte gleich an den Stadtrand ziehen“

Es geht noch schön weiter – lies hier.  Zur Wim-Wenders-Brille fällt mir sofort ‚etwas‘ ein und ich bin sicher, Karo auch.. *g*

Sehr schöner Artikel. Wer diese Spezies bewundern möchte – live und in Farbe -, kommt vorbei, wir setzen uns einen Moment auf meinen Balkon oder in ‚mein‘ Café… Inzwischen fallen die nämlich aus Prenzlauer Berg (merke: nur der -westdeutsche- Nichtberliner sagt ‚Prenzlberg‚ igittt) nach Friedrichshain in Horden ein, weil sie sich unter sich selbst langweilen. Das ist natürlich grundsätzlich zu verstehen, mich langweilen sie ja auch. Aber musste es Friedrichshain sein? Ehrlich, liebe Fr. Tetzlaff’s und Pseudo-Wim-Wenders mit euren Walldorf-Sören’s, wie wäre es, mal Marzahn oder Wedding zu belästigen erkunden?

 

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